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Hölzernes Schmuckelement in Form einer Flamme. Im Hintergrund befindet sich ein Gebäude.

Geschichte: 800 Jahre Kloster Dalheim

Mittelalterliches Frauenkloster, Augustiner-Chorherrenstift, barocke Blütezeit, Preußische Staatsdomäne, Gutshof

Nach 800 Jahren bewegter Vergangenheit ist das Kloster Dalheim in eine neue Epoche seiner Geschichte eingetreten. Heute beherbergt es mit der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur ein in Deutschland einzigartiges Museum für klösterliche Kulturgeschichte. Bedeutsame und wertvolle Exponate finden ihren Platz innerhalb der fast vollständig erhaltenen Klosteranlage, die sich bis heute ihre beeindruckende Kraft und Ruhe bewahrt hat.

Kloster und Siedlung liegen am westlichen Rand des Eggegebirges in einem Seitental der Altenau, umgeben von einer Landschaft, die von weiten Feldern und ausgedehnten Waldgebieten geprägt ist. Bemerkenswert ist die fast vollständige Erhaltung der Anlage. Selten haben wie hier die wesentlichen Bestandteile eines Klosters einschließlich der Wohn- und Wirtschaftsbauten alle Umgestaltungen überdauert.

Die Klosteranlage im Wandel der Zeit

Anfänge

Archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung des Ortes seit dem ersten Jahrhundert v. Chr. schließen. Im Mittelalter besitzt Dalheim offenbar bereits um 800 eine kleine Pfarrkirche. Ein Nachfolger dieses Baus dient dann auch dem Ende des 12. Jahrhunderts gegründeten Frauenkonvent als Klosterkirche. Reste der Kirche werden 1990 durch eine Grabung des Westfälischen Museums für Archäologie – Amt für Bodendenkmalpflege, Münster (heute: LWL- Archäologie für Westfalen) freigelegt.

Die Grundmauern der Klosterkirche vom ehemaligen Frauenklosters befinden sich im Tal der Anlage.

Neugründung

Nachdem die Nonnen das Klosters in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgaben, erfolgt 1429 eine Wiederbesiedlung durch Augustiner-Chorherren des Klosters Böddeken, zunächst als abhängiger Wirtschaftshof. Bereits 1452 erlangt Dalheim den Rang eines selbständigen Klosters. In den folgenden Jahren wird das Kloster vollständig neu gebaut: Westlich der alten Anlage im Tal entsteht auf der Anhöhe eine neue Klosterkiche und großzügige Konventsgebäude. Um 1500 lebten 24 Chorherren und 100 Laienbrüder im Kloster Dalheim. Es galt als das geistliche und wirtschaftliche Zentrum des südlichen Paderborner Landes.

Große Teile dieser spätgotischen Kernanlage sind im heutigen Bestand noch erhalten. So gehört die freigelegte Deckenmalerei in der Apsis der Kirche in die Bauzeit um 1470/80, bzw. zu einer zweiten Ausmalung um 1500. Der 30-jährige Krieg (1618–1648) trifft auch den wohlhabenden Dalheimer Konvent wirtschaftlich schwer.

Deckengewölbe im Chor mit gemalten Engeln.

Barocker Glanz

Nach mühevollen Aufbauarbeiten erlebt das Kloster im Barock seine größte Blüte. Vor allem Barthold Schonlau, seit 1708 Prior, betreibt den Ausbau Dalheims und formt eine beeindruckende Gesamtanlage. Er rühmt sich, in den 23 Jahren seiner Amtszeit ebenso viele Gebäude errichtet zu haben. Diese Phase, in der der repräsentative Ehrenhof, die großzügigen Wirtschaftsgebäude und die umfangreichen Gartenanlagen entstehen, prägt bis heute maßgeblich das Erscheinungsbild Dalheims.

Die Schonlau-Vedute zeigt die Dalheimer Klosteranlage aus dem 18. Jahrhundert.

Auflösung

Um 1800 gehören zum Kloster Dalheim fast 21.000 Morgen Land, die Dörfer Oesdorf und Meerhof (heute zur Stadt Marsberg im Hochsauerlandkreis gehörend) samt Einwohner, sowie anstelle der Laienbrüder ca. 200 angestellte Landarbeiter, die 1.250 Morgen Land bestellen.

Im Zuge der Säkularisation wird das Kloster 1803 aufgehoben und als Preußische Staatsdomäne verpachtet. In Kirche und Kreuzgang werden Stallungen eingerichtet. Hier steht fortan das Vieh oder lagern Stroh und Korn. Bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wird Kloster Dalheim als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Davon zeugen noch heute die baulichen Veränderungen, die in der Domänenzeit vorgenommen worden sind.

Schwarz-weiß Foto vom inneren der Kirche mit eingezogenen Fachwerkböden für die Heulagerung.

Das Museum im Kloster

Seit der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Klosteranlage im Jahr 1979 erwarb, werden umfangreiche Mittel zur Sicherung des Bestands, für einen punktuellen Rückbau und die sorgsame Umgestaltung zu einem modernen Museum aufgebracht. Seit 2002 werden die Baumaßnahmen von Ausstellungen begleitet, die sich dem Thema Klosterkultur aus unterschiedlichen Perspektiven widmen.

2003 fällt die Entscheidung zur Einrichtung des Dalheimer Landesmuseums für Klosterkultur durch den LWL. 2006 wird die Stiftung Kloster Dalheim gegründet. Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts (2005–2007) öffnet die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur im Frühjahr 2007 ihre Pforten.

Die Jahre 2008 bis 2010 prägt ein zweiter Bauabschnitt, der die historischen klösterlichen Funktionsräume wie z.B. Kreuzganggeviert, Kapitelsaal oder Refektorium wiederherstellt. Im Süd- und Ostflügel werden die 1838 durch einen Brand vernichteten Obergeschosse neu aufgesetzt. Insgesamt werden so über 2.000 zusätzliche Quadratmeter moderner Ausstellungsfläche erschlossen.

Barocker Ehrenhof mit aufwändig verzierter Fassade aus hellem Gestein.
Großer Ausstellungsraum mit unterschiedlichen Exponaten zur Klostergeschichte.

Über uns

Klostergeschichte bewahren, präsentieren, und Klosterkultur erlebbar machen

Zum Profil des Museums

Eine Frau besichtigt die Dalheimer Klostergärten.

Das grüne Paradies auf Erden

Zwei Hektar Gartenanlagen nach klösterlichem Vorbild

Zu den Dalheimer Klostergärten

Ein Schmied ist in der Schmieder bei der Arbeit. Kinder und Erwachsene schauen ihm dabei zu.

Nicht nur ora, auch labora

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Das Stiftungswappen ist im Sandstein oberhalb eines Tores eingearbeitet.

Stiftung Kloster Dalheim

Neben dem LWL ist die Stiftung Kloster Dalheim Trägerin des Klostermuseums

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